30 März 2008 Von Reichenstein über Monschau bis Grünental am 30.3.2008
Also, am Samstag Abend klingelte das Telefon und Paul Spülbeck berichtete vom Pegelstand der oberen Rur -idealer Wasserstand und schöne Wetteraussichten. Eigentlich kann man die Rur nur nach ergiebigen Niederschlägen, meist bei "Scheißwetter" befahren. Treffen am Sonntag war für 8.30 Uhr ausgemacht.
Schnell waren die Boote beladen und dann ging’s los mit Paul, Kathrin, deren Kindern David und Marie-Christin, den Meiers, also Jörg und Petra, sowie Birgit und Lothar. Die Frauen sind freundlicherweise zum Umsetzen und Wandern mitgefahren, außer Marie-Christin natürlich, die wollte selbst paddeln. Übrigens hat mir Paul verraten, wie er die Kinder überzeugt hat, die geplante Fahrt zum Phantasialand zu verschieben – die Rur ist ungefähr wie der Wildwasserkanal in St. Pierre, nur 10 mal hintereinander – klingt doch überzeugend. In Monschau haben wir eine geschlossene Schneedecke vorgefunden - es musste in den vergangenen Tagen mächtig geschneit haben und jetzt bei Tauwettter und milden Temperaturen von fast 15 Grad führte die Rur reichlich Wasser. Es war schon was Besonderes in einer Schneelandschaft bei blauem Himmel und Sonnenschein im Wildwasser zu paddeln. Selbst Jörg, der früher in Jugendzeiten die Rur befahren hatte, war erstaunt über soviel Wasser. Nur die Hände waren ganz schnell steif gefroren und besonders die Kinder waren wegen des kalten Wassers doch arg gebeutelt.
hohen Wellen, Verblockungen und Walzen haben aber immer abgelenkt und die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch genommen. Am Ende der Stadtdurchfahrt Monschau liegt eine Schlüsselstelle der Strecke, der Favoritentöter, ein Absturz von über 6,00 m mit anschließender Prallwand. Die Abfahrt kostet mich immer viel Überwindung und ich war hoch erfreut, dass ich auch diesmal ungeschoren die Hürde geschafft hatte. Dabei bin ich sogar von einem versiertem Paddler mit Kameraausrüstung, der sich hinter dem Brückenpfeiler postieren konnte, fotografiert worden. Bei soviel Freude bin ich kurz darauf doch noch baden gegangen. Nach der Fahrt über eine hohe Welle tauchte ich in ein Loch und eine Walze hat mich nach links gedrückt. Dabei habe ich mich nicht abgestützt sondern nur das Paddel eingetaucht, was sofort bestraft wurde. Ich durfte ca. 100 bis 200 m im Schmelzwasser schwimmen und bin dann mühsam ans Ufer getrieben, wobei der Fotograf mir bei der Bergung des Bootes noch behilflich war. Manchmal kann man das Pech auch zum Glück wenden, denn jetzt konnte ich meine E-Mail-Adresse angeben, die dann auch notiert wurde. Tatsächlich habe ich die Fotos auch prompt zugeschickt bekommen und kann mich jetzt über diese besonderen Aufnahmen freuen. Ziemlich erfrischt bin ich dann noch ca. 20 Minuten bis zum Ziel gepaddelt und war froh, anschließend in Monschau als gemeiner Tourist auf der Kaffeetrasse bei Sonnenschein warmen Apfelkuchen essen zu können. Übrigens hat es den Wanderern auch gut gefallen.
Für mich war ganz besonders beeindruckend, dass Ann- Christin und David die recht anspruchsvolle Strecke so toll gemeistert haben.
Nette Grüße
Lothar