Dormagen, 04. Mai 2023 Bei den Qualifikationswettkämpfen zur deutschen Nationalmannschaft im Kanuslalom, die an den beiden letzten Wochenenden in Markleeberg und Augsburg stattfanden, gelang es Anna Faber und Marten Konrad vom WSC Bayer Dormagen nicht unter die ersten drei Platzierungen zu fahren. Dies wäre aber notwendig gewesen, um einen der begehrten Plätze zu ergattern, die die Teilnahme an den internationalen Meisterschaften und Weltcups erlauben.
Für Konrad waren die Erwartungen groß, weil es sein letztes Jahr bei den Junioren ist und er bereits im Vorjahr bestes Boot im Kajakwettbewerb war. Doch gleich in seinem ersten Rennen wiederfuhr ihm ein Torfehler, sodass er mit 50 Strafsekunden belastet das Finale der besten Zehn verpasste. Am zweiten Tag lief es dann besser. Als Vierter fuhr er sicher ins Finale und zeigte auch hier seine Klasse. Superschnell im Rennen, passierte ihm in der letzten Torpassage erneut ein Fahrfehler in Tor 20, der ihn auf Platz 8 zurückwarf.
Damit war die Ausgangslage für die beiden letzten Qualifikationstage in Augsburg nicht die beste. Zwei vordere Plätze hätte es nun gebraucht und das hatte sich Konrad auch fest vorgenommen. Trotz zusätzlicher Belastung durch die Abiturprüfungen, wegen denen er immer wieder zwischenzeitlich nach Hause fahren musste, setzte er sich am Samstag souverän mit über 5 Sekunden Vorsprung an die Spitze der Top Ten. Am letzten Tag war er im Finale erneut mit absoluter Bestzeit unterwegs, als er ein Aufwärtstor im mittleren Bereich der WM-Strecke zu nah anfuhr und für einen Augenblick die Kontrolle verlor und eskimotieren musste. Trotz des erheblichen Zeitverlustes, den die spektakuläre Aktion erbrachte, landete er noch auf Rang 5, leider aber 2 Plätze hinter Rang drei, der genügt hätte, um in der Gesamtwertung noch Dritter zu werden. Platz 4 ist sicherlich enttäuschend für das herausragende Talent, aber „so etwas passiert immer mal in unserem Sport, und besser ist es in jungen Jahren, weil man auch daraus lernen und daran wachsen kann“, weiß Thomas Becker, der ehemalige Weltmeister und Olympiadritte, vom WSC aus Erfahrung zu berichten.
Faber trat in der Leistungsklasse der Kajakdamen gegen eine starke Konkurrenz von Olympiasiegerin und Weltmeisterinnen an. Es gelang ihr zwar in allen 4 Rennen ins Finale der besten Acht zu fahren, doch auch sie war mit ihren Ergebnissen aus Markkleeberg nicht glücklich. Drei Torberührungen warfen sie am ersten Tag auf Rang 7 zurück. Nach dem dritten Platz beim Halbfinale am Sonntag fuhr sie ein starkes Finale, rutschte aber kurz vor dem Ziel in der Walze ab, was ihr Zeit kostete und am Ende Platz 6 einbrachte. So waren auch für sie die letzten beiden Wettkämpfe in Augsburg entscheidend. Gleich der erste Tag brachte aber schon das Aus für die erträumte Qualifikation. Mit einem Fahrfehler und daraus resultierenden 50 Strafsekunden im Gepäck landete sie auf Rang 8. Am letzten Tag konnte sie sich trotz Enttäuschung nochmal motivieren und einen fehlerfreien Lauf zeigen, durch den sie mit nur einer Sekunde Abstand von der Dritten Platz 5 belegt und in der Gesamtwertung Platz 7. In der hohen Leistungsdichte bei den Damen setzten sich am Ende die international erfahrenen Athletinnen durch: Elena Lilik, Weltmeisterin 2022, Ricarda Funk, amtierende Weltmeisterin und Olympiasiegerin und Jasmin Schornberg, amtierende Mannschaftsweltmeisterin.
Dritte Teilnehmerin aus Dormagen war Marie Gottowik, die ihre persönlichen Highlights in Augsburg, wo sie sich in beiden Rennen Platz 13 erkämpfte.
Faber weiß noch nicht, wie es für sie sportlich in Zukunft weitergehen wird. Sie will beruflich vorankommen, aber „Kanuslalom und auch der Wettkampf machen mir immer noch viel Spaß. Ich brauche die Herausforderung“, stellt sie für sich fest.