18 März 2018 Nach der Saison ist vor der Saison II: So trainieren die Wildwasserkanuten
Anna Faber vom WSC Bayer Dormagen zog es nach ihrem Abitur nach Augsburg ins Bundesleistungszentrum der Kanuten, weil dort die Trainingsbedingungen im Kanuslalom deutlich besser sind als in NRW. Seit über drei Jahren studiert und trainiert sie dort als Hauptgefreite in der Sportkompanie der Bundeswehr.
Wintertraining in Augsburg bei Eiseskälte und Schnee ist nichts für Zartbesaitete, da frieren die Haare und die Spritzdecke schon mal fest. Längere, tägliche Trainingszeiten - Normalität für Leistungssportler - sind bei extremen Minusgraden kaum zu realisieren. Und so zieht es die Kanuten gerade im Winter gerne in wärmere Länder, zumal der Eiskanal bis vor wenigen Tagen über einen längeren Zeitraum wegen Restaurationsarbeiten geschlossen war.
"Zu einer guten Saisonvorbereitung gehören viele Stopps auf verschiedenen Strecken ", weiß Anna und zählt auf: Leipzig, Prag, Solkan, Pau und Al Ain.
Das erste Trainingslager mit dem NRW-Kader fand in diesem Jahr über Sylvester in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Dort hat man mitten in der Wüste nahe der Stadt Al Ain den Wadi-Adventure-Park errichtet mit Surfwelle und Wildwasserkanal. Ein optimales Trainingsterrain, nur halb so weit entfernt wie das auch gerne besuchte Australien und dadurch deutlich kostengünstiger.
Anschließend ging es mit dem Bundeskader nach Südfrankreich ins Pau-Pyrénées Whitewater Stadium, der Heimtrainingsstrecke der französischen Nationalmannschaft und Austragungsort der WM 2017. Hier absolvierte Anna Faber auch ihr erstes Rennen der Saison und konnte sich in internationaler Gesellschaft über einen dritten Platz freuen. Zurück nach Augsburg hielt die Kälte sie wieder gefangen und so entschloss sie kurzerhand mit den beiden aktuell besten Kanuten aus NRW, Sebastian Schubert und Jasmin Schornberg, beide wohnen ebenfalls in Augsburg, erneut den warmen Wüstensand von Al Ain aufzusuchen. Neben dem Ausdauertraining im Wildwasser fuhr sie Ende Februar die „Wadi Adventure Open“ mit, bei der viele internationale Fahrerinnen aus den osteuropäischen Ländern vertreten waren. Ein fünfter Platz stimmte sie in der hochklassigen Konkurrenz zufrieden. „Das Training in Al Ain ist wie im Paradies. Der Kanal hat viel zu bieten und die Temperaturen sind perfekt. Eine optimalere Vorbereitung gibt es nicht", schwärmt Anna.
Am kommenden Wochenende findet nun das Weltranglistenrennen im slowenischen Solkan statt, ein erstes Kräftemessen für die Sportlerin vom WSC unter der europäischen Kanuelite.
Geschrieben von E. Faber