18 März 2018 Nach der Saison ist vor der Saison I: So trainieren die Wildwasserkanuten
Beim WSC Dormagen auf dem Rhein und an der Bogenbrücke in Neuss haben die Geschwister Liv und Marten Konrad das Kanufahren gelernt und dort tummeln sie sich mit vielen anderen Kanusportlern - auch im Winter. Denn wenn man zu Deutschlands Spitzenfahrern im Kanuslalom gehören will, muss man im Winter auch bei Schnee und Eis trainieren, um in der Sommersaison punkten zu können.
Zu Deutschlands Besten im Jugend- und Schülerbereich zählen die beiden jungen Zonser bereits: Liv war im letzten Jahr Deutsche Mannschaftsmeisterin im Kajak, ihr Bruder Marten holte den zweiten Platz im Einzel bei den B-Schülern.
Um sich auf die Saison 2018 vorzubereiten, hatten sie aber noch eine ganz besondere Idee:
Erstklassige Trainingsbedingungen vor der Haustür und gleichzeitig neue Herausforderungen in der Schule, das ist in Dormagen und Umgebung zurzeit nicht zu finden. Gemeinsam mit ihrer Mutter Ute hielten sie Ausschau und fanden die Lösung - in Wales!
Von September bis Weihnachten tauschten die beiden die Schulbänke des Leibniz-Gymnasiums gegen jene einer Schule in Cardiff ein und mischten sich unter die britischen Schüler. Sie konnten ihre Englischkenntnisse unter den native Speaker ausbauen und Kontakte und Freundschaften knüpfen. Gleichzeitig durften sie dreimal in der Woche mit den dort ansässigen Kanuten auf der Weltcupstrecke im International White Water Centre (CIWW) trainieren und viele Trainingseinheiten mit dem Waliser Canoe Slalom Team absolvieren.
Ein Highlight war für Liv die Teilnahme an den British Open auf dem Olympiakanal in London, wo sie neben der Kanuelite des United Kingdom antreten durfte. Marten startete auf der kleineren Variante, dem Legancy Loop, und zeigte als bester Zwölfjähriger ein fantastisches Rennen. Ein weiterer Wettkampf in Llandysul und ein Trainingslager in Bala (Nordwales) rundeten die wunderbare Zeit im Vereinigten Königreich ab. "Das Leben in der Großstadt direkt am Meer, das viele Training im Wildwasser und die vielen freundlichen, hilfsbereiten Menschen haben mich sehr beeindruckt und ich war traurig, als wir Abschied nehmen mussten", erinnert sich Liv.
Schulisch und kanutechnisch hat es sich auf alle Fälle gelohnt. "Ich bin ein ganzes Stück weiter gekommen und werde ganz bestimmt nochmal ins Ausland gehen", prognostiziert sie und fühlt sich gut vorbereitet auf die Herausforderungen der Saison 2018.
Geschrieben von E. Faber