Meisterliche Leistungen auf der Erft

Dormagen 09. Oktober 2019  Verlernt haben sie das Paddeln nicht, auch wenn einige Starter bei den German Masters in Neuss auf ein langes, reiches Leben zurückblicken können. Einer der ältesten, und im Canadier der älteste Starter, war Jakob Hitz vom WSC Bayer Dormagen. In der Altersklasse E, den über Siebzigjährigen, belegte er im Kajak Platz 5 und im Canadier Platz 1. Hier zeigte er im zweiten Lauf noch eine ganz besondere artistische Einlage. In der unbequemen Bootklasse, kniend im Boot festgeschnallt, kippte er im schwierigen Tor 7, brachte sich aber durch eine meisterliche Eskimorolle sofort wieder in Position, sodass er keine Strafsekunden verbuchte. „Gekonnt ist gekonnt“, sagte er sich und freute sich mit seiner Familie und seinem ehemaligen Canadier-Zweier-Partner Theo Nüsing, der das Manöver in sicherer Entfernung von der Wertungsstelle aus begutachtete. Beide waren 1972 mit Platz 9 von den Olympischen Spielen in München zurückgekommen, waren Deutsche Meister und Vizeweltmeister und sitzen auch heute noch gemeinsam im Wanderboot auf Rhein, Mosel, Neckar und dergleichen.

Platz 1 hieß es auch für Jeffrey Piontek, der mit seinen 34 Lenzen schon bei den Senioren A teilnehmen konnte, obwohl er vor 3 Wochen noch bei der Deutschen Meisterschaft in der Leistungsklasse gestartet war. Hier auf der Erft fuhr einen klaren Sieg heraus. Im Kajak belegte er Platz 6 vor seinem Vereinskollegen Martin Faber, der Achter wurde. Eine weitere Goldmedaille erkämpfte sich Ute Konrad im Kanadier Mixed gemeinsam mit Rüdiger Hübbers vom NKC Neuss. Stephan Konrad belegte mit dem Kajak in der Altersklasse B, den 40-49-Jährigen, Rang 12. In der Altersklasse C kam Juniorentrainer Rolf Pohlen auf Platz 6, Manfred Dahlem auf Platz 9 und Adreas Kulisch auf Platz 15. Eine Leistung der Extraklasse zeigten die drei Letztgenannten in der Mannschaft. In einem reinen WSC-Team holten sie die Silbermedaille und verpassten Gold nur um eine zehntel Sekunde. Team Konrad-Kulisch-Faber kam auf Platz 13. In der Canadier-Mannschaft im Boot mit mit Oliver Marks vom KST Rhein-Ruhr gab es für Piontek auch nochmal Silber und Konrad/Hübbers siegten mit der Mixed-Mannschaft.

Übergeben wurden die Medaillen in geselliger Runde in den Räumlichkeiten der Firma Zülow von Schirmherr Dieter Welsink, Landrat Jürgen Petrauschke und Kreisdirektor Dirk Brügge. Nachdem sich die Kanufamilie am reichhaltigen Büffet gestärkt hatte, zeigten die Sportlerinnen und Sportler aus dem Süden, Osten, Norden und Westen der Nation unter der musikalischen Begleitung der Band „Mit Alles“ und DJ Frank (Sawukaitis), dass sie es nicht nur in den Armen haben, sondern auch die Beine kräftig schwingen können, und so wurde bis in die frühen Morgenstunden ordentlich abgerockt.

Am Abend vorher hatten zum Empfang neben Kreisdirektor Brügge und Dieter Welsink auch Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanuverbandes, und Randolf Wojdowski, Geschäftsführer des Kanuverbands NRW, gesprochen. Beide äußerten ihre Zuversicht, dass der Kanuslalom auch weiterhin eine Zukunft in NRW haben wird, obwohl die Erft nicht mehr lange als Landesleistungsstützpunkt dienen kann. Wenn das Sümpfungswasser von Rheinbraun ausbleibt und die Renaturierung realisiert wird, ist es aus mit Wildwasserfahrten in Neuss. Die Hoffnung setzen nun alle auf das Projekt „Wildwasserkanal am Straberger See “, das Wojdowski vorstellte und das im Zusammenspiel der Stadt Dormagen, dem Rhein-Kreis-Neuss und Kanu NRW an Fahrt aufgenommen hat. Die Mobilisierung aller Kräfte wird es brauchen, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Projekt „German Masters“ an der Erft, das alle Vereine der Kanugemeinschaft Erft e.V. unter der charmanten Leitung ihrer Vorsitzenden Britta Sawukaitis mit Erfolg gemeinsam durchgeführt haben, zeigt, dass die Kanuten an der Erft über die hinreichend Power verfügen, ein großes Projekt zu stemmen.

Geschrieben von E. Faber

Und hier noch die Bilder: https://photos.app.goo.gl/eQqqQ5ojf48Gkiyf6

 

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