Dormagen, 25. April 2022
Qualifikationswettkämpfe im Kanuslalom – das sind für Kanuten die wichtigsten und nervenzehrendsten Wochenenden der Saison, denn hier fällt die Entscheidung über die Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft, zukünftige Förderung und Teilnahme an internationalen Meisterschaften. Für Marten Konrad ging es am Wochenende im Kanupark Markkleeberg bei Leipzig los. Nach zwei von vier Wettkämpfen liegt er aussichtsreich auf Platz vier in einem eng beieinander liegenden Feld von fünf sehr leistungsstarken jungen Sportlern.
An beiden Wettkampftagen gelang Konrad mit konzentrierten und technisch versierten Läufen der Einzug ins Finale. Dort überzeugte er am Samstag insbesondere im oberen Teil der Strecke mit „einem perfekten Lauf“, so sein Trainer David Krajnic. Leider passierten ihm dann aber zwei Torberührungen, die zweite ausgerechnet am letzten Tor. So hieß es dann am Ende Platz sechs statt zwei. Am Sonntag erreichte er dann mit Platz drei eine deutliche Steigerung, nachdem er zwischenzeitlich im Halbfinale sogar mit Bestzeit ganz vorne gelegen hatte. Im Endlauf steigerte er seine Fahrtzeit nochmal um knapp zwei Sekunden. Mit zwei Torberührungen hieß es im Ziel Rang drei.
Konrad bewies damit wieder einmal große Nervenstärke, ließ er sich doch nach dem sechsten Platz am Vortag nicht beirren und verbesserte sein Ergebnis, auch wenn er damit persönlich noch nicht ganz zufrieden war. Damit bleibt für die weiteren zwei Wettkämpfe, die in zwei Wochen in Augsburg stattfinden, für Konrad alles offen, um unter die besten drei Sportler zu kommen, die die Nationalmannschaft bilden.
In Augsburg finden dann auch alle vier Qualifikationsläufe der Leistungsklasse statt. Hier ist die Motivation besonders groß, denn es wird entschieden, wer im Juli an den Weltmeisterschaften teilnehmen darf, die in diesem Jahr – 50 Jahre nach den Olympischen Spielen – in Augsburg stattfinden.
Anna Faber bereitete sich dafür am Wochenende beim internationalen Ranglistenrennen in Tacen bei Ljubljana vor. Im international stark besetzten Feld der Damen gelangen ihr zwei konstant gute Läufe im Halbfinale und im Endlauf. Mit einem sechsten Platz reihte sie sich in das Spitzenfeld mit u.a. Eva Tercelj (Weltmeisterin 2019), Elena Lilik (Vizeweltmeisterin) und Ricarda Funk (Weltmeisterin und Olympiasiegerin) ein. Nach ihrer Coronaerkrankung bewies sie damit ihre Formstärke für die Ausscheidungsrennen.
Wer Kanuslalom hautnah miterleben möchte, kann am Wochenende nach Neuss zur Gnadetaler Mühle kommen. Dort finden auf der Erft die Westdeutschen Meisterschaften aller Altersklassen statt.