Dormagen, 08. Juni 2026 Beim Weltcup der Kanuten in Prag holt Marten Konrad vom WSC Dormagen Bronze im Einzelzeitfahren. Ihm gelingt damit in seinem zweiten Weltcuprennen ein sensationeller Einstieg.
Bei der Siegerehrung steht Konrad neben dem Who is Who der Slalomelite, den
Olympiasiegern Giovanni de Gennaro (Gold Paris 2024) und Joseph Clark (Gold Rio
2018, Silber im Kajak-Cross in Paris), was für ein Moment! „Das ist schon ein sehr
cooles Gefühl. Da hätte ich mir für die erste Einzelmedaille kein besseres Podest
aussuchen können“, freut sich der Dormagener.
Nachdem Konrad am Wochenende davor bei seinem ersten Weltcup, der in Tacen
(Slowenien) ausgetragen wurde, mit Platz 30 noch im Mittelfeld landete, war der
dritte Platz auch für ihn eine absolute Überraschung: „In Tacen war ich noch weit weg
von einer optimalen Befahrung bezüglich meines persönlichen Könnens. Aber dass
ich so weit vorne lande, hätte ich nicht gedacht.“ Mit 55 hundertstel Sekunden Abstand auf den Sieger überzeugte er auch als bester von drei deutschen Startern und qualifizierte sich als einziger für die Kopf-an-Kopf-Rennen der 32 Zeitbesten. „Mir ist der zweite Streckenabschnitt sehr gut gelungen, da konnte man auch Zeit liegen lassen“, kommentierte der Zwanzigjährige sein Erfolgserlebnis.
In den Gruppenrennen – hier treten vier Athleten den vorher einzeln befahrenen Cours
gegeneinander an – schaffte er es bis ins Viertelfinale. Hier gelang ihm ein guter
Start. Im Battle gegen Finn Butcher (Olympiasieger von Paris) setzte er sich sogar
durch, verlor dabei aber Zeit auf die anderen beiden Konkurrenten. „Dann ist noch
mein Paddel während der Rolle gebrochen, und ich musste das Rennen ohne
Paddel zu Ende fahren.“ Das bedeutete das Ende in diesem Wettkampf.
Beim Extrem-Slalom werden einige wenige Tore durchfahren und eine Eskimorolle
gefordert. Zwei Fahrer kommen im Vierkampf jeweils eine Runde weiter. Die Disziplin
findet seit ihrem Debut bei den Olympischen Spielen in Paris wegen ihres
athletischen Wettkampfs zunehmende Beliebtheit. Sowohl für das Einzelrennen als
auch für den Finalsieg bei den Gruppenrennen werden Medaillen vergeben.
Konrad befindet sich nun mittendrin in der internationalen Weltcup-Community. Am
kommenden Wochenende trifft sich die Kanuelite zum nächsten Weltcup in
Augsburg. Vor heimischem Publikum und auf seiner Trainingsstrecke, dem Eiskanal,
wird er erneut sein Leistungsvermögen abrufen und die Gegner im sportlichen Kampf
herausfordern. Noch im Juni findet die U23-WM in Krakau statt und dann geht es
Anfang Juli mit dem Flieger über Toronto nach Oklahoma zur WM.
Geschrieben: E. Faber

