Geschafft! Marten Konrad ist in der Nationalmannschaft

Dormagen, 30. April 2024  Nervenzerreißend ging es am Wochenende im Kanupark Markkleeberg bei Leipzig zu. Die letzten beiden Ausscheidungswettkämpfe entschieden über die Olympiateilnahme und die deutschen Teams für internationale Meisterschaften. Der achtzehnjährige Marten Konrad vom WSC Bayer Dormagen hielt dem enormen Druck stand und qualifizierte sich mit einer insgesamt starken Leistung für die U23-Nationalmannschaft der Kajakherren.

Wie berichtet hatte sich Konrad am letzten Wochenende in Augsburg gute Voraussetzungen geschaffen, um sich bereits in seinem ersten Jahr den Sprung ins nationale U23-Team zu verwirklichen. Aussichtsreich lag er vor allen anderen Anwärtern. Doch wie so oft beim Kanuslalom werden kleinste Fahrfehler folgenschwer bestraft. So erging es Konrad am Samstag, dem ersten Wettkampftag in Sachsen. Wie schon bei den Rennen in Augsburg startete er als allererster, fehlerlos und kraftvoll in den Parcours, dann wurde ihm aber Tor 14 - tricky gehangen - zum Verhängnis:  falsch angefahren, verpasst, 50 Strafsekunden plus. Damit verpasste er auch das Final, landete am Ende auf Platz 19 und auch in der Gesamtwertung klar hinter seinen Konkurrenten. Doch von allen vier Rennen kann das schlechteste Ergebnis gestrichen werden, und so sollte der Sonntag alles entscheiden.

In seinem letzten Jahr bei den Junioren war Konrad bei den Ausscheidungen auf dem unglücklichen 4. Rang gelandet, weswegen ihm ein Kaderplatz in Augsburg verwehrt wurde. Doch das sollte ihm dieses Mal nicht passieren. Absolut konzentriert, energiegeladen und technisch beeindruckend tanzte er im Halbfinale auf dem tosenden Wildwasserkanal durch den Stangenwald und setzte sich auf Platz 2 noch vor die Topfahrer Stefan Hengst und Noah Hegge, der sich letztendlich das Ticket für Paris holte. Im Finale lief es dann nicht mehr ganz so rund und er wurde Achter. Das war aber gar nicht schlimm, denn mit seiner dritten Finalteilnahme hatte er den Einzug ins U23-Team bereits geschafft. „Ich bin sehr happy und freue mich auf die internationalen Wettkämpfe“, war sein Kommentar. Bestätigt wurde mit Konrads Erfolg auch die Leistung von Stützpunkttrainer David Krajnik, der ihn seit Jahren bei den Wettkämpfen und im Training auf Rhein, Erft und im Kraftraum im Bootshaus vom WSC in Zons betreut.

Anna Faber konnte erwartungsgemäß nicht ganz an ihre Erfolge vom letzten Wochenende in Augsburg anknüpfen. Da sie beruflich auf Trainingseinheiten in Markkleeberg zur Vorbereitung auf die Quali verzichten musste, fehlten ihr wichtige Erfahrungen vor Ort. Dennoch gelang ihr am Samstag erneut mit Platz 6 der Einzug ins Finale der besten Acht. Hier summierten sich dann aber ein paar Fahrfehler, sodass sie letztendlich Rang 7 erreichte. Am letzten Wettkampftag verpasste sie mit Platz 10 das Finale und nahm hier ihr Streichrennen. Insgesamt zeigte sie sie sich mit Platz sechste bei den Kajakdamen zufrieden: „Realistisch gesehen bin ich zufrieden mit meinem Ergebnis, dennoch ist die Quali für mich als „Nicht mehr Profi“ immer noch extrem emotional und herausfordernd“. Marie Gottowik, auch ein „Nicht Profi“, wurde Zwölfte. Mit vier ersten Plätzen beeindruckte Olympiasiegerin Ricarda Funk und löste sicher das Ticket für Paris. Gesamtzweite Elena Lilik tat es ihr im Kanadier (CI) gleich und siegte vor der Bronzemedaillengewinnerin von Tokio, Andrea Herzog. Zum regelrechten Krimi wurde die Quali für die CI-Herren. Vier Fahrer, darunter Sideris Tasiadis, mussten das Finale wiederholen, dann stand aber fest, dass er zum vierten Mal an einer Olympiade teilnehmen darf. Auf der Schattenseite der glücklichen Sieger stehen wie so oft die ähnlich Talentierten und über Jahre fleißig Trainierenden, die das nicht Erreichen ihres Traums mit sich ausmachen müssen.

Geschrieben: E. Faber  Foto: WSC

 

 

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