22 Juli 2013 Am letzten Tag der Juniorenweltmeisterschaften in der Slowakei holte sich Anna Faber vom WSC Bayer Dormagen mit ihrer Mannschaft die Silbermedaille im Kajak.
Auf der Slalomstrecke in Liptovsky Mikulas am Rande der Hohen Tatra waren die Tschechinnen und die Britinnen die stärksten Konkurrentinnen im Wettkampf um das internationale Edelmetall. Schon im letzten Jahr hatten sie mit den Deutschen die Spitzenplätze unter sich ausgemacht. Nachdem sich die Osteuropäerinnen mit der frischgekürten Weltmeisterin Karolina Galuskova an die Spitze der vierzehn Nationalmannschaften gesetzt hatten, gingen die deutschen Mädchen als Vorletzte ins Rennen. Angeführt wurden sie von Anna Faber, die sich für das Mannschaftsfinale einiges vorgenommen hatte, denn im Einzelwettkampf hatte nicht alles so geklappt, wie sie es sich erträumt hatte.
Diesmal beherrschte sie die schwierige, kräftezehrende Wildwasserstrecke aber perfekt und fuhr konzentriert vorne weg. Mit ihren Teamgefährtinnen, Selina Jones aus Augsburg und Ann-Kathrin Schwanholt aus Magdeburg fuhr sie mit Abstand die beste Zeit heraus, doch zwei Torberührungen zu viel sorgten dafür, dass sie sich hinter den Tschechinnen einreihten. Die Engländerinnen, die als letzte starteten, schienen anfangs gut im Rennen, patzten aber in der letzten Torpassage und erhielten 50 Strafsekunden. Damit war die Vizeweltmeisterschaft für die deutschen Mädels besiegelt und der Jubel groß. Auf Platz drei kam die Mannschaft aus Slowenien.
„Ich bin glücklich, dass ich in der Mannschaft gut gefahren bin und dass mir nicht das gleiche wie im Halbfinale passiert ist", war Annas Kommentar, der deutlich macht, dass in ihren Einzelrennen nicht alles nach Wunsch gelaufen war. Schon in ihren Qualifikationsrennen lief es nicht rund, sie musste eskimotieren, hart kämpfen und mit dem 28. Platz schob sie sich knapp ins Halbfinale der besten Dreißig. Dort passierte dann ein ähnliches Missgeschick. Sie kam mit dem Heck des Bootes gegen einen Stein, konnte dadurch das Kajak nicht schnell genug in die richtige Position für das nächste Tor bringen und kassierte 50 Strafsekunden. Damit war der Traum vom Finale der Top Ten unerreichbar geworden.
Viel Zeit, den verpassten Chancen nachzutrauern, bleibt allerdings nicht. Am gleichen Tag noch fuhr Anna mit ihrer Trainerin Mira Louen zum Zwischenstopp nach Bratislava. Von dort geht es weiter nach Augsburg, wo am Wochenende die Deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse stattfinden. Direkt danach fährt sie mit der Nationalmannschaft nach Bourg Saint Maurice zur Junioren-Europameisterschaft.
Um als Rheinländerin international bestehen zu können, muss man ständig auf Achse sein und einige Strapazen auf sich nehmen. In Nordrhein-Westfalen fehlt es zwar nicht an Wasser aber an geeigneten Wildwasserstrecken von internationalem Standard. Mit Frankreich, England und vor allem Osteuropa können wir im Westen der Republik nicht mithalten. Ein Wildwasserkanal vor Ort wie der Olympiakanal in Augsburg oder in Markkleeberg nahe Leipzig, die einzigen anspruchsvollen Strecken in Deutschland, wäre für die vielen Talente bei uns eine notwendige Sportstätte und im dichtbesiedelten NRW sicherlich auch ein Freizeitmagnet.
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