07 Juli 2014 Sie kam, sah und siegte. So könnte man Anna Fabers Trip nach Skopje, der Hauptstadt von Makedonien, auch titulieren, denn ohne lange Vorbereitung und Training vor Ort holte sie sich den Titel der Junioren-Europameisterin im Kanuslalom Kajak.
Nach einem rauschenden Abiball im Foyer des Rheinischen Landestheaters flog die frisch gebackene Abiturientin dem deutschen Nationalkader am vergangenen Sonntagmorgen hinterher. Ihr blieb nur eine kurze Phase, der Akklimatisation und nur wenige Trainingseinheiten, bevor am Mittwoch der Wettkampf, eröffnet wurde. Die besten europäischen Nachwuchskanuten aus 27 Nationen trafen sich zu diesem Fest des Sports.
Anna stieg am Freitag ins Wettkampfgeschehen ein. Nach ihrem ersten Lauf lag sie bereits auf dem 6. Platz, sodass der Einzug ins Halbfinale der besten 20 nicht mehr gefährdet war. Im zweiten Lauf der Qualifikation testete sie eine alternative Torbefahrung auf Anraten ihres Trainers Jürgen Schubert. Diese erwies sich jedoch als langsamer und so fiel sie auf Rang 11 zurück. Doch das erste wichtige Ziel war damit erreicht, die Teilnahme am Halbfinale, da am Sonntag stattfand. Dort verbesserte sie ihre Fahrtzeit um 4 Sekunden und erreichte mit einer Torberührung den dritten Platz. Damit hatte sie wiederum sicher ihr nächstes Ziel, das Finale der Top Ten, erreicht.
Das Finale ist im Kanuslalom eine Sache für sich. Jeder, der es erreicht, kann am Ende an die Spitze fahren. Ein kleiner Fahrfehler kann aber auch mit bis zu 50 Strafsekunden geahndet werden. Und so heißt es: Volle Konzentration auf den Punkt und maximales Risiko. Das konnte Anna dieses Mal optimal abrufen. Nochmal verbesserte sie ihre Fahrtzeit um über drei Sekunden und kämpfte sich fehlerlos durch das wilde Wasser im Matka Canyon nahe Skopje. Unter dem Jubel der mitlaufenden Mannschaftskameraden und Fans legte sie ihr Meisterstück hin und erfüllte sich ihren Traum vom Internationalen Titel. „Ich kann es gar nicht glauben", immer wieder fragte sie nach, ob das denn wirklich wahr wäre. „Es war mein größter Wunsch, die Europameisterschaft zu gewinnen. Jetzt kann's in den Interrailurlaub gehen", freute sie sich. Aber ein bisschen muss sie sich noch gedulden, denn in zwei Wochen finden noch die Deutschen Meisterschaften in Augsburg statt. Doch was kann schöner sein, als als amtierende Europameisterin dort an den Start zu gehen.
Ein Sahnehäubchen gab's noch im Nachschlag: Im anschließenden Mannschaftsrennen sie gemeinsam mit Celina Jones aus Augsburg und Andrea Herzog aus Meißen Vizeeuropameisterin.
Der Weg zum Europameistertitel:
2009 Deutsche Schülermeisterin in Fürth
2011 Deutsche Jugendmeisterin in Hohenlimburg
2012 Vizeweltmeisterin (USA) und Vizeeuropameisterin (Slowenien) in der Mannschaft
2013 Vizeweltmeisterin (Slowakei) in der Mannschaft und Fünfte der Europameisterschaft (Frankreich)
2014 Fünfte bei der Weltmeisterschaft (Australien)
2014 Europameisterin im Einzel und Vizeeuropameisterin mit der Mannschaft
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