20 August 2018 Am letzten Tag der U23-Europameisterschaften in der Slowakei belohnt Anna Faber ihre beeindruckende Saisonleistung mit einer Silbermedaille bei den Kajak-Frauen.
„Es ging alles so verdammt schnell! Ich habe von dem Lauf gar nichts mitbekommen. Auf einmal war ich im Ziel und habe mich nur noch gefreut“, sagt die frisch gebackene Vizeeuropameisterin nach ihrem Finallauf.
Begonnen hatte ihre beeindruckende Vorstellung am Freitag bei den Qualifikationsrennen. Als einzige Frau blieb sie unter hundert Sekunden und das fehlerfrei. Bundestrainer Eric Mendel hob Annas Sieg in der Quali besonders hervor, weil sie „ihren Lauf ganz souverän heruntergebracht hat und zurecht auf Platz eins gelandet ist.“ Platz eins der besten Zwanzig bedeutete aber auch im Halbfinale als letzte zu starten, mental eine besondere Herausforderung. Aber die guten Leistungen der vorangegangenen Wochen hatten Annas Psyche gestärkt und so zeigt sie auf neu gehängter Strecke im anspruchsvollen Kanal von Bratislava-Cunova nochmal eine Topleistung. Mit 97,91 Sekunden fuhr sie erneut Bestzeit und setzte sich mit über 4 Sekunden Vorsprung erneut an die Spitze.
Im Finale ging sie als letzte von zehn Athletinnen an den Start und zeigte erneut eine ganz starke Leistung. Ihre Fahrtzeit aus dem Halbfinale verbesserte sie nochmal um mehr als 4 Sekunden und war damit erneut mit Abstand die Allerschnellste. Doch zwei kaum wahrnehmbare Torstabberührungen sorgten für 4 Strafsekunden, sodass ihr am Ende 1,4 Sekunden zum Sieg fehlten. Dennoch ist die 22-jährige sehr zufrieden: „Ich habe Silber gewonnen und nichts verloren!“ Auf dem Siegertreppchen traf sie sich mit den langjährigen Konkurrentinnen Klaudia Zwolinska aus Polen, die Europameisterin wurde, und Karolina Galuskova aus Tschechien, die Bronze holte. „Dreimal eine so fokussierte Leistung trotz der psychischen Belastung als letzte ins Rennen zu gehen, das ist große Klasse“, lobt U23-Bundestrainerin und Schwägerin Mira Faber.
Für Anna ist die Saison jetzt immer noch nicht zu Ende, denn sie ist bei den letzten beiden Welcup-Rennen in Tacen (Slowenien) und Seu d’Urgell (Spanien) als dritte Fahrerin im A-Team der Nationalmannschaft dabei; darauf freut sie sich ganz besonders.
Neben den Slalomspezialisten wurden zur selben Zeit im zweiten Wildwasserkanal auch die Europameisterschaften im Freestyle ausgetragen. Hier erkämpfte sich die Neusserin Carolin Meyer, die auch für den WSC startet, einen tollen vierten Platz bei den Juniorinnen.
Geschrieben von E. Faber