WSC initiiert Wildwasserprojekt am Strabi

18 Dezember 2017  Wie oft wurde dieser Traum von uns Kanuten nicht schon geträumt: Eine richtige Wildwasserstrecke ganz in unserer Nähe!

Paddeln ist ein Natursport aber immer auch mit viel Fahrerei verbunden. Dies gilt ganz besonders für die Sportlerinnen und Sportler, die erfolgreich in der Leistungsklasse mitmischen wollen. Ob Augsburg, Markkleeberg, Lofer und Ötz in Österreich, Prag, Bratislava, Pau in den Pyrhenäen, London oder gar Dubai Rio de Janeiro oder Sidney – die attraktiven Wildwasserstrecken, die Herausforderungen für die Kanusportler darstellen, liegen nicht in NRW, dem Bundesland mit den meisten Kanuten.

Immer wieder hat die Region international erfolgreiche Spitzensportler wie Ulrich Peters, Theo Nüsing und Jakob Hitz, Hans Otto Schumacher und Willi Baues, Dieter Welsink und Peter Czupryna, Ulrike Deppe, Thomas Becker, Evi Huss, Jennifer Bongardt, Lukas Hoffmann, Jasmin Schornberg, Mira Faber (geb. Louen), Sebastian Schubert und Anna Faber hervorgebracht. Doch für ihre sportliche Karriere mussten die meisten von ihnen, die ihre Erfolge im neuen Jahrtausend erzielten, die Heimat verlassen und nach Augsburg ziehen. Potenzial, das dem Standort NRW verloren geht. Wie schön wäre es doch für sie und die ca. 750 Sportlerinnen und Sportler, die allwöchentlich auf der Erft am Gut Gnadental trainieren, über eine solche anspruchsvolle Strecke vor der Haustür zu verfügen. Auch die Kanu-Freestyler, die sich am Wiesenwehr der Erft in Höhe des Barfußpfades treffen, um ihre Moves zu trainieren, würden von einer solchen Anlage profitieren. Ganz zu schweigen von den vielen Freizeitkanuten, die sich dort beim Paddeln und Raften austoben könnten.

Der Traum könnte möglicherweise in Erfüllung gehen. Auf jeden Fall ist ein erster großer Schritt dahin getan. Eine Machbarkeitsstudie, finanziert von der Stadt Dormagen, dem Rheinkreis Neuss und dem Land NRW, wird den Standort sowohl unter ökologischen als auch ökonomischen Aspekten durchleuchten und eine erste Grobkonzeption für die Anlage erstellen.

Der Mann der Tat, der das Projekt vorantreibt, ist Jens Kollosche vom WSC Bayer Dormagen. Selber Vater von drei Kindern, die das Paddelfieber gepackt hat, hat er den visionären Traum auf professionelle, merkantile Füße gestellt und dafür die Unterstützung des Bürgermeisters, des Landrats und des Landeskanuverbandes geerntet. Sie sehen in dem Projekt eine Chance für die Region und eine Lösung für den Fall, dass die Erft in nicht allzu ferner Zeit dem Wildwassersport nicht mehr zur Verfügung steht, wenn die Einspeisung von Kühlwasser durch Rheinbraun endet. Die Begeisterung für das Unternehmen fasst unser Vorsitzender Jürgen Münchow trefflich zusammen:

„Viele der 35 000 Mitglieder des Kanuverbands NRW mit seinen 370 Vereinen schauen jetzt alle gespannt nach Dormagen,“ allen voran der WSC als lebendiger Verein, der Breiten- und Leistungssport unter seinem Dach beherbergt.

Geschrieben von E. Faber

Kommentare sind deaktiviert