Theo, wir fahr‘n nach Böff!

29 April 2013  1993 fuhr eine vergleichsweise kleine Truppe zum ersten Mal über Ostern nach St. Pierre de Boeuf ins Rhonetal. Neun Mann + Gepäck im Bus, Boote oben drauf, Wohnwagen hinten dran, und los ging’s. Um St. Pierre zu finden brauchte man damals besonders gutes Kartenmaterial, so klein und unbedeutend war es. Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen, und wir fahren immer noch. Allerdings in erheblich größerer Gruppenstärke und mit Riesenequipment. Nach 10 Jahren Pause bin ich dieses Jahr mal wieder mitgefahren, nicht zuletzt um das Fahrten-Jubiläum zu würdigen. Ich war sehr gespannt, was sich in St. Pierre und Umgebung alles verändert hat.

Der Campingplatz war dieses Jahr ein großer Reinfall. Er sollte im Winter umgebaut werden, mit komplett neuen Sanitäranlagen. Leider war aber noch nichts fertig. Der gesamte Platz war eine Riesenbaustelle und wir mussten an der Wildwasserstrecke campen, ganz unten, am Ende der Strecke. Dort waren die Bedingungen äußerst primitiv. In den Duschen lagen Laub und Dreck des gesamten Winters. Warmes Wasser zum Spülen gab es gar nicht. Meine Stimmung war auf dem Tiefpunkt. Gottseidank haben Olga und Richard vom Campingplatz am Sonntagmorgen freiwillig  drei Stunden lang die gesamten Sanitäranlagen geschrubbt.

Das Wetter hat uns erst recht im Stich gelassen. Erst wurde es sehr kalt, dann kam immerhin ein sonniger Tag, und ab Donnerstag regnete es fast ununterbrochen. Der Boden um unsere Gemeinschaftszelte wurde immer tiefer. Man musste aufpassen, dass man nicht ausrutschte und im Matsch landete. Am Freitagabend allerdings, unserem Grill- und Jubiläumsabend, blieb es so lange trocken, bis wir mit dem Grillen und Essen fertig waren.

Aber der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Alle übten und trainierten (mehr oder weniger) fleißig.Außerdem gab es zwei Wettkämpfe, bei denen Geschick und Ideenreichtum gefragt waren:

Unter der Leitung von Nele und ihren Assistenten Jan und Ronja wurde eine Rallye durchgeführt. Hier galt es für die einzelnen Teams, Begriffe aus Pantomimen zu raten und mit Wurfsäcken Seilchen zu springen. Sehr einfallsreich waren die Techniken beim Balancieren auf der  Slackline. Einzelne Gruppenmitglieder mussten, unterstützt von ihren Mitstreitern, eine
Kartoffel auf einem Löffel transportieren. Das führte dazu, dass die Jüngeren von den Älteren mehr oder weniger über das Seil getragen wurden, ohne es zu berühren.

Schließlich gab es noch die  „Eierrallye“, bei der es darauf ankam, ein rohes Ei auf einem aus vorgegebenen Materialien selbstgebastelten kleinen Floß möglichst weit schwimmen zu lassen. Dem Vernehmen nach hat es ein Ei sogar den ganzen Kanal hinunter in den See geschafft.

Leon organisierte dann noch ein Topo-Duo-Rennen, bei dem jeweils zwei Boote gleichzeitig starteten und versuchten, durch Abdrängen und ähnliche Manöver einander zu besiegen. Nicht erlaubt war das Öffnen der gegnerischen Spritzdecken, was jedoch den einen oder anderen nicht davon abhielt, dies trotzdem zu tun.

Unsere Jubiläumsfeier fand in kleinem Rahmen statt.  Lediglich Philipp, der Leiter der Wildwasseranlage und die Campingplatzbetreiber Olga und Richard waren als Gäste eingeladen. Da es so kalt war, konnten sich auch nur wenige überwinden, die extra kreierten T-Shirts zu tragen. Die 30 (selbst geschuppten und ausgenommenen) Doraden fanden reißenden Absatz, ebenso wie das Fleisch und die Krabben

Am Osterwochenende füllte sich der Platz zusehends. Da wir uns recht großzügig ausgebreitet hatten, mussten die Neuankömmlinge eng zusammenrücken. Hin und wieder blieb ein Gefährt im Matsch stecken, so auch die Feuerwehr, die wir natürlich hilfsbereit den Berg hoch schoben.

Als am Samstagnachmittag das große Packen losging freuten sich die meisten sicherlich auf ihr Zuhause, ein gemütliches Bett und das eigene Badezimmer. Alles in allem hat die Woche in St. Pierre jedoch wieder viel Spaß gemacht.

Geschrieben von C. Dietrich

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