30 Mai 2016 Bei Kaiserwetter wurde am vergangenen Mittwoch, 25.05.2016, in Plattling an der Isar, die Europameisterschaft der Freestyler 2016 mit einem herrlichen Umzug durch den Ort und anschließender Eröffnungszeremonie auf der Festwiese eröffnet. 107 Athleten hatten sich für die Meisterschaft qualifiziert und waren von ihren jeweiligen Verbänden gemeldet. Die Organisation, federführend hier durch Thomas Hinkel mit Unterstützung vom DKV und Bayerischem Kanuverband ausgeführt, hatte hier für die nächsten drei Tage einen für jeden Tag straffen Zeitplan vorgegeben.
Die 44 Starter für die Vorläufe im K1 der Herren fanden sich somit bereits um 08:00 Uhr morgens am Donnerstag an der Welle ein und waren ziemlich allein auf weiter Flur. In diesem größten und leistungsstärksten aller Starterfelder trennte sich sofort die Spreu vom Weizen. 20 Starter konnten sich für das Viertelfinale am Freitag qualifizieren und alle deutschen Starter, schafften den Cut als: 11. Martin Koll, 13. Raphael Scheu, 14. Paul Meylahn, 15. Thomas Hinkel und 16. Yannick Münchow (WSC Bayer Dormagen). Damit war der Verbleib im Wettbewerb mit einem weiteren frühmorgendlichen Start verbunden.
Im Anschluss an die Herren durften sich die K1 Frauen in der Welle beweisen. Hier legte Lisa Hasselwander (WSC-Bayer-Dormagen) richtig los und landete als 6. noch vor ihren Mannschaftskolleginnen Andrea Kaspers (7.) und Anne Hübner (10.) im Halbfinale der besten 10.
Die Dritte im Bunde der WSC-Kanuten bei dieser EM, Carolin Mayer überstand ebenfalls ihren Vorlauf im K1 Junior Women und fand sich als 4. bereits im Finale wieder.
Auch bei den C1 Herren und den K1 Junior Men qualifizierten sich die deutschen Fahrer Jonas Unterberg (ehemals WSC Bayer Dormagen, jetzt irgendwas in Bayern), Sören Kohnert sowie Paul Meylahn ebenso wie Fabian Lenz und Leon Bast für die Halbfinals am Freitag. Der erste Tag damit, dass sich 14 von 15 deutschen Startern für die jeweils nächste Runde weiterempfohlen hatten.
Der zweite Tag begann wie der erste. Die K1 Herren trafen sich wiederum um 08:00 Uhr zum Viertelfinale, in dem jeder Starter in seiner Gruppe 3 Versuche a 45 Sekunden hatte, wobei nur die beiden Besten als Summe, das Ergebnis bildeten. Für alle überraschend, aber wahrscheinlich für ihn am meisten, belegte Yannick Münchow als bester Deutscher Platz 10. mit 10 Punkten Vorsprung auf den Altmeister Martin Koll, und war nun der letzte Deutsche Starter bei den Herren und durfte am Nachmittag im Halbfinale nochmals antreten. Dort schlug er sich dann mit Bravour und belegte zwar immer noch den 10. Platz, aber mit einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Lauf. Er erzielte dabei seine persönliche Bestleistung im Verlauf des Wettkampfes.
Im Halbfinale der K1 Frauen war dann leider für Lisa als 9. Schluss. Mit ihrer Leistung nicht zufrieden musste sie Anne Hübner (4.) und Andrea Kaspers (7.) an sich vorbei ziehen lassen.
Somit war mit Anne Hübner nur noch eine Deutsche Starterin in diesem im Wettbewerb vertreten. An diesem Halbfinaltag kam anschließend noch Leon Bast als 2. in das Finale am nächsten Tag. Alle anderen deutschen Hoffnungen im C1 und K1JM wurden in der Welle von Plattling weggespült.
Der Finaltag am Samstag barg noch einige positive Überraschungen gerade für die deutschen Starter. Mit einem, aus deutscher Sicht, Paukenschlag begann der Tag in aller Herrgotts Frühe mit dem Sieg von Emma Schuck vom KC Saarbrücken bei den K1JW vor den beiden Britinnen Mcpeak und Robinson-Shaw. Mit deutlichem Punkteabstand von 130 bzw. 170 Punkten sicherte sie sich den Titel der Europameisterin.
Das wollte auf jeden Fall auch Leon Bast bei den K1JM schaffen, scheiterte aber nach einem spannenden Wettkampf um die entscheidenden Punkte an dem Franzosen Tom Dole mit sage und schreibe 3,33 Zählern. Der Titel des Vize-Europameisters war aber sicher nach Hause gebracht.
Der Nachmittag stand dann vollkommen im Zeichen der Damen und Herren.
Anne Hübner, letzte deutsche Starterin bei den K1W, setzte sich in einem begeisternden Wettstreit in dessen Verlauf nicht die Führung aber die nachfolgenden Platzierungen immer wieder wechselten, gegen Nina Csonkova aus der Slowakei mit 13 Punkten Vorsprung durch, scheiterte aber an der mehrmaligen Welt- und Europameisterin Claire O´Hara aus England mit 60 Punkten Abstand. Dies tat ihrer Freude aber keinerlei Abbruch.
Und dann zum Abschluss der Meisterschaften der Wettkampf der K1Herren.
Ebenso wie bei den Frauen, wo nur der Beste von drei Versuchen a 45 Sekunden zählte, wechselten mehrmals nicht nur die Führung sondern auch die Platzierungen. Am Ende setzte sich Joaquim Fontane aus Spanien als neuer Europameister vor Tomasz Czaplicki aus Polen und Sebastien Devred aus Frankreich durch. Damit war der sportliche Teil der Europameisterschaft im Jubel der Französischen Equipe beendet.
Aus deutscher Sicht mit einem Europameistertitel und zwei Vize-Europameistern war dies die bisher erfolgreichste Veranstaltung im Kanu Freestyle. Die Leistungen der WSC-Kanuten belegen einmal mehr, wie wichtig ein naher und guter Trainingsspot, wie das Wiesenwehr, für die Entwicklung und Leistungsfähigkeit in diesen Sport ist.
Geschrieben von R. Münchow