Kanuten bauen neue „WSC-Insel“ in den Rhein

Dormagen, 29. August 2024  Rheinkilometer 718 vor dem Bootshaus des Wassersportclubs in Zons, hier wurde ein einmaliges Projekt in die Tat umgesetzt: In einer Gemeinschaftsaktion errichteten die WSC-Kanuten eine „Insel“ im Rhein. Dabei handelt es sich um einen Ponton von ca. 100 Quadratmetern Ausmaß. Er bietet die Grundlage einer neuen Toranlage und soll die Nachwuchsförderung im Kanuslalom langfristig sichern.

Letztes Jahr im Mai wurden dafür bereits zwei sechs Tonnen schwere Dalben in den Rheingrund gerammt und die Buhne auf einer Tiefe von 4 Metern ausgebaggert. Dafür war eigens der „Stromvogel“, ein 86 Meter langes Kranschiff, vor Anker gegangen.

Im nächsten Bauabschnitt sollten 4 Aluminiumteile von 3 mal 9 Metern Größe zwischen den Dalben angebracht werden, um eine schwimmende Plattform zu erhalten. Die 4 Einzelteile lagerten nun schon seit Wochen an der Zonser Werft. Die starke Wasserführung des Stroms erlaubt aber über einen langen Zeitraum keine Montage.

Am Mittwoch war es dann endlich so weit. Der Rein lag gemächlich in seinem Bett, Wasser- und Außentemperatur waren hochsommerlich warm, alle Vorkehrungen getroffen und eine große Zahl von Helfern hatte sich am Rheinufer versammelt. Zunächst mussten die 400 kg schweren Schwimmteile einzeln mittels Gabelstapler auf einen dafür hergerichteten Handwagen verladen und zur Rampe der Zonser Fähre gebracht werden. Mit Hilfe eines Traktors wurden sie dort zu Wasser gelassen und dann mit Seilen gemeinschaftlich am Ufer entlang bis in die Buhne des WSC getreidelt. „Das war gar nicht so einfach, denn sie durften nicht ans Ufer gespült werden, weil die Berührung mit Steinen ihre Außenhaut beschädigt hätte“, so Jens Kollosche, stellvertretender Vorsitzender des WSC und Projektleiter. So tummelten sich viele Helfer im und am Wasser und ermöglichten einen sicheren Transport. Wechselnde Wasserstände und hohe Wellen verursacht durch vorbeifahrende Schiffe machten die Arbeit dabei nicht leichter.

Doch dann war es geschafft. Die Teile wurden zusammengeschraubt, unter Begleitung mehrerer Kajaks an die richtige Stelle verbracht und befestigt. Am Ende des Tages bedankte sich Kollosche glücklich: „Ein großartiges Team hat es geschafft. Es hat großen Spaß gemacht und mein Dank geht an alle helfenden Hände!“

Im nächsten Schritt müssen nun Halterungen für die Torstangen gefertigt und angebracht werden. Beplankt wird der Ponton auch noch. Aber für alle gilt: Betreten verboten!

Neben den unzähligen Arbeitsstunden und der Eigenfinanzierung wurde das Projekt zu 75% durch das Landesförderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ unterstützt. In Zukunft können die jungen Nachwuchssportlerinnen und -sportler des WSC hier an Ort und Stelle ihre ersten Slalomerfahrungen sammeln und verlieren keine Zeit für An- und Abfahrt an die Erft, wo in den letzten Jahren das Slalomtraining stattfinden musste.

Geschrieben:  E. Faber / Fotos WSC

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