EM-Bronze für Anna Faber

08. Juli 2019  Bei der U23-Europameisterschaft holte Anna Faber von WSC Bayer Dormagen im Kajak-Team Bronze. Im Einzelrennen dominierte sie das Halbfinale, zwei Torstabberührungen warfen sie im starken Finalrennen mit knappen Entscheidungen jedoch auf Rang 5 zurück.

Anna startete am Donnerstag in die Europameisterschaften, die in Liptovsky Mikulas in der Slowakei stattfanden. Die Silbermedaillengewinnerin aus dem Vorjahr fand schnell ihre Linie auf dem anspruchsvollen Kurs und zog als Dritte sicher in das Halbfinale der besten Zwanzig ein. Hier zeigte sie am Samstag eine tadellose Leistung und kämpfte sich fehlerlos und kraftvoll durch die Tore. Den neu gehängten, schnellen Kurs meisterte die Sportsoldatin fehlerlos und siegte mit 103,55 Sekunden vor der starken Konkurrenz mit der amtierenden U23-Europameisterin Claudia Zwolinska und der diesjährigen Goldmedaillengewinnerin des A-Teams, Amelie Hilgertova. Mit der zweiten Deutschen, Selina Jones, die auf Platz sieben kam, reihte sie sich damit unter die starken Fahrerinnen aus Osteuropa, Groß Britannien, Frankreich und Österreich ein. Damit stand sie wie im Vorjahr vor der schwierigen Aufgabe, als letzte Starterin ins Rennen zu gehen. Nachdem klar war, dass die Tschechin Tereza Fizerova eine Fabelzeit von 99,17 Sekunden vorgelegt hatte, galt für Anna nur noch der Weg nach vorne. Schon an den ersten Toren machte sie klar, dass sie das Rennen gewinnen wollte. Doch bei der Anfahrt auf Tor 7 unterlief ihr eine Torstabberührung. Trotz der 2 Strafsekunden war sie weiterhin gut im Rennen und auf Medaillenkurs und setzte alles auf eine Karte. Es gelang ihr am Ende tatsächlich wie der Siegerin Fizerova eine Fahrtzeit unter 100, aber eine weitere Berührung am vorletzten Tor kostete ihr letztendlich den Medaillenrang. „Ich wusste am Start, dass schon richtig gute Zeiten gefahren wurden und habe daher alles gegeben. Dabei sind mir dann die zwei Berührungen passiert.“ Mit nur 0,83s Rückstand auf die drittplatzierte Slowakin Eliska Mintalova reihte sie sich auf Rang fünf ein. „Insgesamt bin ich mit meinen Läufen schon ganz zufrieden. Schade, dass ich es im Finale nicht fehlerfrei heruntergebracht habe, aber ich habe gezeigt, dass ich vorn mitfahren kann“ fasste Faber den Tag zusammen und blickt nun zuversichtlich auf die Nachwuchs-Weltmeisterschaft in zwei Wochen in Krakau. Ihrer Teamkollegin Selina Jones fuhr zwar fehlerfrei, reichte mit ihrer Fahrzeit jedoch ebenfalls nicht an die Medaillenränge heran und wurde siebte. Faber fuhr mit ihrem fünften Platz im Übrigen das beste Einzelergebnis des deutschen Teams ein.

Ganz ohne Edelmetall sollte die gebürtige Dormagenerin aber doch nicht nach Hause fahren. Gemeinsam mit Jones von Schwaben Augsburg und der dritten Deutschen Stella Mehlhorn aus Halle ferkämpfte sie im Mannschaftswettbewerb den dritten Platz hinter den dominierenden Tschechinnen und Slowakinnen und freute sich über die Bronzemedaille.

Liv Konrad, weiteres Nachwuchstalent vom WSC Bayer Dormagen, startete bei ihren ersten internationalen Meisterschaften bei den Juniorinnen und zeigte auf unerfahrenem Terrain eine gute Leistung. Sie machte deutlich, dass sie zurecht zum Team gehört. Im ersten Qualifikationsrennen belegte sie einen guten 27. Platz, verpasste aber damit die erste Ausscheidung zum Halbfinale, in der sich 15 Boote qualifizieren. Im zweiten Durchgang ist es dann deutlich schwieriger, noch ein Ticket zu lösen, da nur noch 5 Plätze vergeben werden. Zwar konnte sie ihre Fahrtzeit um über 4 Sekunden verbessern, am Ende reichte es aber nur für Platz 11 und insgesamt Platz 31. Im Teamwettbewerb war dann die Medaille doch noch zum Greifen nah, denn knappe dreieinhalb Sekunden trennten Team Deutschland mit Konrad, Emily Apel und Annkathrin Plochmann von den vor ihnen liegenden Slowakinnen. Es siegten auch hier die Tschechinnen vor den Französinnen.

Geschrieben von E. Faber

 

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