09 Juli 2013 Die Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften im Kanuslalom, die am Wochenende im Kanupark Markkleeberg bei Leipzig ausgetragen wurden, entwickelten sich zum Erfolgsevent für den WSC Bayer Dormagen. Tobias Horn sicherte sich die Goldmedaille im Canadier, Anna Faber holte Silber im Kajak bei den Juniorinnen und in der Canadiermannschaft erkämpfte sich Tobias Horn mit seinem Bruder Malte und Tom Seeger aus Neuss ebenfalls den zweiten Platz.
Für Tobias Horn ging mit diesem Sieg ein lang gehegter Traum in Erfüllung.
Wie oft war ihm schon der Einzug in die Medaillienräge - nicht selten durch harte Torrichterentscheidungen - verwährt geblieben. Seit Jahren gehört er zu Deutschlands Nachwuchselite im Canadier, auf dem Meistertreppchen in den Einzelwettkämpfen standen bisher aber immer andere. Doch dass es dieses Mal klappen würde, zeichnete sich schon bei den Qualifikationsrennen am Samstag ab, als er mit Rang zwei ins Halbfinale zog. Dort qualifizierte er sich als Dritter unaufgeregt für das Finale. Und diese Ruhe und mentale Stärke nahm er in den Endlauf der besten Sieben mit. „Einen Platz unter den ersten Drei hatte ich mir vorgenommen, dass es dann sogar zum Sieg reichte, war einfach wunderbar", kommentierte er überglücklich seinen fehlerlosen Siegesritt auf der schäumenden Gischt vom Markkleeberger Wildwasserkanal. Talent, Kraft und hartneckige Ausdauer, sowie die Unterstützung durch seine Familie, den WSC und seine Trainerin Kordula Stripecke führten ihn zu diesem erstklassigen sportlichen Erfolg. Daneben hat er aber auch seine schulischen Leistungen nie aus dem Auge verloren. Für sein Abitur, das er im kommenden Jahr am Leipnitzgymnasium ablegen wird, hat er sich einen Notenschnitt vorgenommen, der ihm das Medizinstudium erlaubt.Wieder eine starke Herausforderung, „aber ohne Paddeln wird das nicht gehen", Tobias wird seiner Passion treu bleiben.
Anna Faber plagte in den Tagen vor der Meisterschaft eine Mandelentzündung und so verzichtete sie auf ihren Start in den Mannschaftswettkämpfen. Von den beiden Qualifikationsrennen absolvierte sie nur einen Lauf, der ihr die Halbfinalteilnahme sicherte. Dort siegte sie mit über 13 Sekunden Vorsprung vor ihren Konkurrentinnen, von denen viele mit dem starken Wuchtwasser im Kanal nicht zurecht kamen und sich Strafsekunden für das Berühren oder Auslassen von Toren einhandelten. Im Finale der Top-Ten startete sie dann als letzte Wettkampfteilnehmerin überhaupt und wurde mit einem ganzen Tross von mitlaufenden, jubelnden Fans zum Ziel getragen. Wieder fuhr sie Bestzeit aber mit vier Torberührungen war es genau eine zuviel, die ihr den Spitzenplatz kostete, sodass sie hinter der Leipzigerin Karolin Wagner Zweite und damit Deutsche Vizemeisterin wurde. Für sie heißt es jetzt: „Schnell gesund werden!", denn am Freitag macht sie sich schon auf den Weg zum nächsten großen Event, der Juniorenweltmeisterschaft in der Slowakei.
Im Canadiermannschafts-Wettbewerb lieferte sich die Mannschaft Horn-Horn-Seeger einen packenden Wettkampf um den Meistertitel mit den Hildenern Loos-Beste-Kleinbölting, den die rechtsrheinische Mannschaft am Ende für sich entschied. Horn-Horn-Seeger waren zwar die Schnellsten, doch auch hier entschieden wieder die Torberührungen das Rennen. Der Jubel über die gewonnene Silbermedaille tat dem aber keinen Abbruch.
Die herausragenden Leistungen des WSC, der damit sechstbester Verein Deutschlands wurde, vervollständigte Malte Horn in seinen Einzelrennen im Canadier. Nach der Quali und dem Halbfinale, wo er jeweils Rang 7 erreichte, zeigte auch er im Finale nochmal eine deutliche Leistungssteigerung und fuhr in seinem ersten Jahr bei der männlichen Jugend fehlerfrei auf einen hervorragenden vierten Platz. Johannes Engels, dem vierten Teilnehmer vom WSC wurden im Halbfinale leider 50 Strafsekunden wegen einer falschen Torbefahrung aufaddiert, sodass er insgesamt auf Platz 35 kam.
Geschrieben von E. Faber